SFB 1116 „Master Switches bei kardialer Ischämie“

Zusammenfassung

Das grundlegende Ziel des SFB 1116 „Master switches bei kardialer Ischämie“ ist die Identifizierung neuer Zielstrukturen bestehend aus zentralen molekularen oder pathophysiologischen Zusammenhängen, die essentiell für die akute oder subakute Antwort auf die kardiale Ischämie sind und die wir als „master switches“ definieren. Der SFB 1116 bezieht dabei bewusst systemische Kommunikation zwischen dem ischämischen Herzen und systemischen Antworten des Immunsystems, metabolischen Komorbiditäten (Übergewicht, Insulin-Resistenz, Type 2 Diabetes Mellitus (T2DM)) und Anämie ein. Der SFB 1116 gliedert sich in zwei konzeptionelle Teilbereiche.

SFB 1116 „Master Switches bei kardialer Ischämie“

In Projektbereich A (Intrazelluläre und zelluläre Effektoren) widmet sich wichtigen Aspekten der pathophysiologischen Antwort im Herzen, u.a. Ionenkanal-Remodeling, Sarkomerfunktion im remote Myokard, mitochondriale Funktion der Telomerase-Reverse-Transkriptase (TERT) und p27, Hämostase-unabhängiger Thrombozytenfunktion, zelluläre Signaltransduktion in Immunzellen und Kardiomyozyten und schließlich der Analyse der protektiven Funktion der kardialen Hyaluronsäure-reichen Matrix.
 
In Projektbereich B (Metabolische Effektoren und Systeminterferenzen) fokussiert sich auf die komplexen Wechselwirkungen zwischen Infarktheilung und kardialer Adaptation und systemischen Effektoren und Komorbiditäten. Die Projekte in Teilbereich B adressieren (1) regulatorische Mechanismen der Immunantwort (Adenosin-IL6-Achse und co-stimulatorische Moleküle der T-Zell Antwort), (2) Mechanismen, die den aggravierten Verläufen bei Patienten mit Insulinresistenz, Adipositas und T2DM zugrunde liegen, sowie die Funktion von braunem Fettgewebe und Sphingosin-1-Phosphat bei myokardialer Ischämie und T2DM. Ebenso werden die Effekte von T2DM auf das klinisch-translational vielversprechende Konzept der herzfernen Konditionierung im Großtiermodell untersucht. In translationalen Untersuchungen an Patienten wird der Einfluss von Insulinresistenz, nicht-alkoholische Fettleber und T2DM in Patienten mit ST-Hebungsinfarkt (STEMI) beleuchtet.

Das Netzwerk des SFB 1116 wird daher neue therapeutische Zielstrukturen (master switches) und/oder Behandlungsoptionen unter Berücksichtigung des spezifischen, durch Komorbiditäten und Systemkommunikation bestimmten pathophysiologischen Kontextes, identifizieren. Die Identifizierung dieser master switches in der akuten und subakuten Phase nach kardialer Ischämie wird dazu beitragen, die individuellen Risiken nach AMI besser abzuschätzen und ermöglichen neue Therapieoptionen anzuwenden, die den Infarkt als Systemerkrankung berücksichtigen und so letztlich die langfristige Perspektive verbessern.

Sprecher des Sonderforschungsbereichs 1116

Prof. Dr. rer. nat. Jens W. Fischer

Institut für Pharmakologie und Klinische Pharmakologie Universitätsstr. 1 40225 Düsseldorf
Tel.: +49 211 81-12500
Fax: +49 211 81-14781
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