SFB 1116 „Master Switches bei kardialer Ischämie“

Zusammenfassung

Der akute Myokardinfarkt (AMI) stellt eines der häufigsten kardiovaskulären Krankheitsbilder in der westlichen Welt dar. Die Düsseldorfer SFB-Initiative plant, die akute und subakute Phase nach AMI durch präklinische Untersuchungen an standardisierten Klein- und Großtiermodellen sowie durch klinische Studien in einem multidisziplinären Forschungsverbund zu untersuchen. Das Ziel der Initiative ist es, kardiale und systemische Effektormechanismen (master switches) zu identifizieren, die schon in der akuten und subakuten Phase nach AMI die Weichen für den weiteren klinischen Verlauf stellen, Angriffspunkte neuer therapeutischer Ansätze darstellen und so zur Reduktion von Morbidität und Mortalität nach AMI beitragen können.

Der AMI stellt zunächst durch den thrombotischen Verschluss einer Koronararterie ein lokal auf das Herz begrenztes Ereignis dar. Die Adaptation an die resultierende kardiale Ischämie wird allerdings bestimmt durch ein komplexes Zusammenspiel von kardialen und extrakardialen Zellpopulationen, metabolischer Anpassung, Komorbiditäten und Ischämie-bedingten systemischen Einflüssen. Zur Entwicklung neuer Therapieoptionen ist es daher wichtig, die Wechselwirkung kardialer Heilungsprozesse mit metabolischen und systemischen Effektormechanismen koordiniert in einem vernetzten Forschungsverbund zu untersuchen. Da bei einem großen Teil der Patienten eine Revaskularisierung nicht oder zu spät („late comers“) gelingt, wird die Düsseldorfer SFB-Initiative sowohl die Reaktionen auf die Ischämie/Reperfusion als auch auf eine persistierende Koronarokklusion untersuchen.

Sprecher des Sonderforschungsbereichs 1116

Prof. Dr. rer. nat. Jens W. Fischer

Institut für Pharmakologie und Klinische Pharmakologie Universitätsstr. 1 40225 Düsseldorf
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